Felsenbirnen sind keine Birnen…

Felsenbirnen-in-Schuessel

Manchmal gibt es in der Natur Phänomene, die kann man sich einfach nicht genau erklären. Bei uns im Garten erlebe ich jedes Jahr irgendeine Besonderheit, die ich nicht so richtig verstehe. Dieses Mal geht es um unsere Felsenbirne – das ist ein hübscher Strauch mit kleinen beerenartigen, dunkelroten Früchten, die nix mit Birnen zu tun haben, sondern nur so heißen. Die Früchte sind essbar, aber normalerweise kommen wir gar nicht dazu, sie zu ernten, weil uns die Amseln und Spatzen immer schon fast alle Felsenbirnen noch in unreifen Zustand wegfuttern. Ja, und dieses Jahr hängt der Strauch so voller dunkler Früchtchen, dass sich die Äste schon nach unten biegen und wir kaum hinterher kommen mit dem Pflücken. Warum haben die Vögel unsere Felsenbirnen diesen Sommer ignoriert? Wollten sie mal gnädig sein und uns die Ernte überlassen? Gab es woanders was Besseres? Sind weniger Vögel unterwegs? Keine Ahnung. Es wird wohl ein Rätsel bleiben.

Jedenfalls freue ich mich zur Zeit jeden Morgen ungemein, wenn ich für mein Müsli eine Handvoll Felsenbirnen direkt mal eben vom Strauch ernten kann. Die kleinen Dinger sehen nicht nur ein bisschen so aus wie Heidelbeeren, sondern schmecken auch so ähnlich – allerdings überhaupt nicht säuerlich und mit einem ganz eigenen leichten Geschmack nach Marzipan. Ich finde sie super in meinem Müsli!Felsenbirne-Bluete-2

Felsenbirne – mehr als nur Zierde

Noch dazu sind sie ja auch gesund: wie in ähnlichen Beeren und Früchten stecken sie voller Vitamine, Gerbsäuren und Mineralstoffe. Die enthaltenen Flavonoide festigen und erweitern die Blutgefäße und halten sie elastisch. Felsenbirnen sollen gut sein fürs Herz, bei Mund- und Halsentzündungen und: für den Schlaf. Ha! Dann mag ich sie ja gleich noch mehr. Ein Jammer, dass es so viele Menschen gibt, die sich eine Felsenbirne nur als Ziergehölz in den Garten pflanzen und gar nicht wissen, dass die Früchte nicht nur essbar, sondern auch gesund und lecker sind! Noch dazu sind sie eine Besonderheit, weil: zu kaufen gibt es diese Früchte ja nicht. Wer keinen eigenen Garten hat, kann aber sein Glück zum Beispiel in öffentlichen Parks versuchen. Da wird die Felsenbirne nämlich auch gerne gepflanzt, weil sie eben so ein hübsches Gehölz ist (im Frühjahr schöne weiße Blüten, im Herbst rot gefärbte Blätter). Aber auch hier muss man natürlich beim Pflücken schneller sein als die Vögel. Die haben die Früchte wie erwähnt echt zum Fressen gern.

Felsenbirnen könnt Ihr übrigens auch trocknen oder zu Marmelade verarbeiten. Hier ein Konfitürenrezept, das ich neulich ausprobiert habe. Der Ehrlichkeit halber muss ich sagen: Das Sammeln der Früchte vorher war ein bisschen zeitaufwendig. Dafür hat mich das Ergebnis aber dann schon wieder versöhnt. Diese Konfi schmeckt super auf Brot, aber auch mal zum Käse wie ein Chutney.

 Felsenbirnen-KonfituereFelsenbirnen-Konfitüre mit Zimt

  • für ca. 3-4 Gläser
  • 1kg Felsenbirnen
  • Saft von 1 Zitrone (40 ml)
  • 1/2 Zimtstange
  • 500 g Gelierzucker 2plus1

Felsenbirnen waschen, gut abtropfen lassen und mit dem Zitronensaft, der Zimtstange und dem Gelierzucker in einen großen Topf geben. Alle Zutaten gut mischen, dabei die Früchte leicht zerdrücken.

Die Früchte unter Rühren zum Kochen bringen. Nach Packungsanweisung bei starker Hitze unter ständigem Rühren etwa 4 Minuten kochen lassen.

Den Topf vom Herd nehmen, die Zimtstange herausnehmen. Die kochend heiße Konfitüre in saubere Gläser füllen und sofort mit Schraubdeckeln verschließen.

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Ralf

Am Münchner Marienhof direkt vor Dallmayer stehen mehrere Felsenbirnen in großen grauen Töpfen!
Ich nasche immer Morgens daran..
Der Tipp mit dem Müsli gefällt mir!